
Hallo ihr Lieben, ich bin „der wilde rote“ Kumpi.
Da hier gerade so viele Geschichten geteilt werden – von der lieben Kollegin, die die wilden Katzen füttert – dachte ich mir, ich erzähle euch auch meine. Ich hatte Glück und musste keine wilde Katze werden. Aber dieses Glück hat leider nicht jede Katze.
Es ist schon eine Weile her, dass ich als junger, unkastrierter Kater mein altes Zuhause verlassen habe. Auf der Suche nach jungen, hübschen Mädels bin ich bei zwei etwas komischen Menschen gelandet. Und tatsächlich auch bei zwei hübschen Mädels – leider kastriert. Aber ich habe den beiden trotzdem jeden Tag meine schönsten Liebeslieder gesungen.
Und wie sich das für einen richtigen Kater gehört, habe ich natürlich erstmal alles ordentlich markiert. Man muss ja schließlich zeigen, dass man da ist ![]()
Naja… und wenn ich mich unbeobachtet gefühlt habe, auch mal in der Wohnung.
Die komische Frau, die dort lebt, hat schnell herausgefunden, dass ich noch nicht kastriert war. Statt mich zu fangen, hat sie alles dafür getan, mein Vertrauen zu gewinnen. Sie hat mir immer wieder das Gefühl gegeben, dass ich einfach bleiben darf. Irgendwann habe ich mein kleines Katerherz in die Pfoten genommen – und so nahm alles seinen Lauf.
Auf einmal war die komische Frau gar nicht mehr so komisch, und ich habe wirklich begonnen, sie zu mögen. Wobei… ein bisschen hat sie mich auch bestochen – mit Milch und Parmesan. Da fahre ich nämlich richtig drauf ab ![]()
Irgendwann kam dann der Tag des Tierarztbesuches… Das war ein Abenteuer, sag ich euch. In eine Decke gewickelt kam ich in eine Kiste – fand ich alles andere als witzig (Aber es hat ohne Falle und mit viel Zeit geklappt). Im Untersuchungsraum habe ich erstmal gezeigt, wie viel Power in mir steckt. Die Tierärztin war ziemlich perplex: Ich sei zahm, hieß es – ja, bei meinen Menschen! Aber fremde Menschen… da sieht die Sache schon anders aus
Aber lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe an diesem Tag meine kleinen Knicker im Raum gelassen und dafür ein richtig gutes Leben bekommen.
Der Tierschutzverein Hagen und Umgeebung e.V.hat dafür die Kosten übernommen und war froh, dass ich ein Zuhause bei lieben Menschen bekommen habe, vorallem aber auch keine Babys mehr machen konnte![]()
Und falls ihr euch fragt: Ja, ich passe hier auch gut auf mein Zuhause auf.
Irgendwann meinte nämlich noch ein anderer Kater, er könnte einfach so hier einziehen – so wie ich damals. Sagen wir mal so… Ich habe ihm freundlich, aber bestimmt erklärt, dass das hier schon vergeben ist. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. ![]()
Meine beiden hübschen Mädels sind noch immer da – auch wenn ich mittlerweile verlernt habe, wie man Liebeslieder singt.
Ich bin angekommen und zur Ruhe gekommen. Ich kann immer noch nicht alles, was so normale Drinnenkatzen können – spielen zum Beispiel mache ich nur, wenn niemand zusieht. Aber ich bin happy, eine Kuschelkatze geworden, und alle hier lieben mich (auch wenn die Mädels das niemals zugeben würden
).




















