
Ende 2022 wurden wir gebeten, Hilfe für eine fast 30-jährige Blaustirnamazone zu leisten, die zuvor 28 Jahre lang allein ohne einen Partner leben musste. Aufgrund von Gesundheitsproblemen mussten ältere Herrschaften sie abgeben. Dies ist das traurige Schicksal, das viele Tiere teilen: Einsamkeit, oft in viel zu kleinen Käfigen und ohne artgerechte Gesellschaft.![]()
Kia, eine kleine, richtige Persönlichkeit, durfte kurz darauf zu einer engagierten Tierschutzkollegin ziehen. Der Wintergarten wurde rasch in ein Vogelzimmer umgebaut, ausgestattet mit Kletter-, Spiel- und Knabbermöglichkeiten. Vieles war für Kia neu, selbst frisches Obst und anderes artgerechtes Futter waren ihr fremd. Steffi, setzte sich mit voller Hingabe für sie ein – obwohl Kia im Umgang nicht immer einfach war.
Zusätzlich zu ihrer herausfordernden Persönlichkeit litt Kia an Aspergillose und wurde positiv auf Papillomaviren getestet. Intensive Behandlungen mit Medikamenten, Inhalationen und Besuchen bei spezialisierten Tierärzten folgten, doch trotz aller Bemühungen wurde sie nie vollständig gesund. Um ihr Gesellschaft zu geben, zog Max ein, ein Papagei, der ebenfalls viele Jahre allein gelebt hatte. Was niemand erwartet hätte: Die beiden wurden tatsächlich ein Paar – ein kleines Wunder nach so vielen Jahren in Einzelhaltung. Damit wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, solche Vögel nicht allein zu halten.![]()
Trotzdem blieben die Herausforderungen bestehen.
Kias Atemprobleme verschlimmerten sich, und sie musste sich auch noch einer Operation wegen Legenot unterziehen.
Der Tierschutzverein sorgte dafür, dass eine Voliere angeschafft wurde, die ihr mehr frische Luft bot, da dies bei Aspergillose wichtig ist. Doch in den letzten Monaten verschlechterte sich ihr Zustand weiter. Ein Papageienexperte, der in Iserlohn hin und wieder eine Sprechstunde hat, untersuchte sie eingehend, doch die Ergebnisse waren niederschmetternd. Eine Endoskopie zeigte eine schwere Lungenentzündung mit Blut in der Lunge.
Kia hatte keine Chance auf Heilung, und so entschied man sich schweren Herzens, sie sanft einschlafen zu lassen.![]()
Wir hatten gehofft und gebangt, doch das Schicksal entschied anders. Es war eine zutiefst traurige Zeit für die liebevolle Pflegestelle und auch für uns. Kias Zeit mit ihrem Partner Max war leider viel zu kurz im Vergleich zur langen Einzelhaltung zuvor.
Die gesamte Zeit über hat uns Kia begleitet – mit lustigen wie auch traurigen Momenten in Form von Videos und Updates aus ihrer Pflegestelle. Wir haben die Tierarztkosten übernommen, die während ihres Aufenthalts nicht unerheblich waren, und auch die Voliere für sie bereitstellen lassen. Bei all dem bleibt der Trost, dass Kia während ihrer letzten Lebensphase ein fürsorgliches Zuhause, einen liebevollen Partner und Menschen hatte, die alles für sie taten.![]()
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Max trauerte spürbar um seine Gefährtin, so konnte es nicht bleiben. Nun lebt eine 22-jährige Papageiendame bei ihm, ebenfalls aus Einzelhaltung. Neben ihr befindet sich dort ein weiterer älterer Papagei aus schlechten Verhältnissen. Wir hoffen von Herzen, dass sie sich verstehen und noch eine schöne gemeinsame Zeit verbringen können.![]()
Kia ist über den Regenbogen gegangen – aus einem Zuhause voller Zuwendung und Liebe. Unser Dank gilt allen Beteiligten: Steffi und ihrer Familie sowie den großzügigen Spendern, die solche Pflegestellen überhaupt erst möglich machen.![]()
Mit diesem Post möchten wir Ihnen zeigen, wie und wo Spenden eingesetzt werden und wie wichtig diese sind. Unsere Pflegetiere sind nicht nur etliche Hunde und Katzen auch ein 44 Jahre altes Muli gehört dazu und auch diese Tiere.