Viele von Ihnen haben die Entwicklung unseres Projekts „Lockschuppen“ von Anfang an mitverfolgt. ![]()
Nach vielen Jahren erhielten wir die Möglichkeit, ein Gebäude zu nutzen, das seit 2016 leer stand und in dem sich ungehindert Tauben eingenistet hatten. Ursprünglich war dort eine Spedition ansässig, später ein türkisches Geschäft. Über die Jahre hinweg verwandelte sich das Gebäude jedoch in ein chaotisches Refugium für die Vögel.
Als wir es erstmals betraten, bot sich uns ein erschreckender Anblick: Überall lagen zurückgelassene Gegenstände – volle und leere Kartons, Theken, Kassenbänder und vieles mehr. Die Tauben hatten den gesamten Raum für sich beansprucht, und da nie gereinigt wurde, sammelten sich große Mengen Taubenkot an. Aber das war nicht alles: Im ganzen Gebäude fanden wir tote Tiere, verhungerte Küken in alten Nestern, gestrandete Jungtiere und Kadaver in unterschiedlichsten Verwesungsstadien. Es war einfach grausam.![]()
Dank der Genehmigung der HEG (Hagener Entwicklungs Gesellschaft) begannen wir unmittelbar nach der ersten Begehung mit der Säuberung.
Innerhalb kurzer Zeit und einem enormen Einsatz der Ehrenamtlichen, richteten wir das Gebäude artgerecht für die Tauben her und starteten unser Projekt „Lockschuppen“. Lockschuppen bezieht sich hier auf anlocken nicht auf die Lok am Bahnhof. ![]()
Viele Maßnahmen wurden umgesetzt: Regale und Brutschalen für die Vögel wurden montiert, Sitzflächen an den Wänden befestigt und Volieren für kranke oder junge Tiere eingerichtet. Was einst ein völlig heruntergekommenes Haus war, entwickelte sich zu einem Vorzeige-Taubenhaus.![]()
Unser Ziel war es, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie wichtig ein verantwortungsvolles Taubenmanagement nach dem Augsburger Modell ist.
Im Jahr 2025 luden wir alle politischen Parteien in Hagen ein, um sie von der Bedeutung unseres Projekts zu überzeugen. Am Ende konnten wir alle beeindrucken – allein die Statistik sprach für sich: Über 3000 Eier wurden jährlich entnommen und gegen Kunsteier getauscht.. So funktioniert effektive Geburtenkontrolle und Bestandregulierung.
Doch uns war stets bewusst, dass dieses Projekt zeitlich begrenzt ist und der Tag kommen würde, an dem das Gebäude abgerissen wird. Nun ist dieser Moment eingetreten.
Zum Glück konnte eine Lösung gefunden werden: In unmittelbarer Nähe wurden Taubencontainer aufgestellt, die den Tieren eine neue Unterkunft bieten.
Dennoch stand uns eine Mammutaufgabe bevor: Rund 500 Tiere mussten behutsam eingefangen und umgesiedelt werden – eine Herausforderung, die wir erfolgreich gemeistert haben. Darüber hinaus mussten das gesamte Inventar aus dem Gebäude entfernt und in Container verladen werden. Auch diese anstrengende Arbeit übernahm unser engagiertes Team.![]()
Was hier in den vergangenen Jahren geleistet wurde, ist außergewöhnlich – fast ausschließlich von einer Handvoll Frauen, deren Einsatz für den Tierschutz keine Grenzen kannte. Keine Aufgabe war ihnen zu schwer oder zu schmutzig, wenn es um das Wohl der Tiere ging.![]()
Dieses beeindruckende Projekt hat mittlerweile fest Fuß gefasst und wird in Hagen zum Wohle der Tiere und zur Entlastung der Stadt weitergeführt. In den untenstehenden Bildern (unter dem eingefügten Link ebenfalls) können Sie sich selbst einen Eindruck verschaffen – sie sprechen für sich.
Wir werden uns weiter für die Tauben in Hagen einsetzten und zu gegebener Zeit weiter berichten.
Wir sind unendlich stolz auf das was wir erreichen konnten und auf unser Team.![]()